Minka.. von der Streunerkatze zum Meilenstein des Vereins

Heute möchte ich Euch die Geschichte von Minka erzählenMinka

Minka stammt aus dem benachbarten AK-Land und wurde von ihrer Familie nach deren Umzug einfach unkastriert zurückgelassen. Im August 2013 bekam ein befreundeter Verein die Meldung über eine zutrauliche Katze, die mit ihren drei Babies auf sich allein gestellt ist. Mit einer Lebendfalle wurde die kleine Katzenfamilie eingefangen und an unseren Verein übergeben. Obwohl die Kitten extrem scheu waren, fanden sie schnell ein neues Zuhause. Für Minka interessierte sich lange Zeit niemand.

Am 15. Februar 2014 erreichte mich eine Mail aus Kassel:

Hallo Frau Ohlig,

wir würden gerne Katze Minka ein neues Zuhause geben.

Allerdings müßten wir wissen, ob Minka mit Ihren Artgenossen, insbesondere mit Katern Probleme hat.

Wir haben nämlich einen 8-jährigen Kater, der seine bisherige Freundin Piroschka (die übrigens auch aus der Nähe von Siofok stammte) schrecklich vermißt, wie wir alle. Leider mußten wir sie vor 2 Wochen wegen einer fortgeschrittenen Krebserkrankung einschläfern lassen…..

Unser Kater ist zwar sehr lieb und schmusig, hat aber absolut nicht das Wesen eines gesetzten Katers in den mittleren Jahren. Da er ein EKH/OKH-Mix ist, hat er manchmal ein quecksilbriges Temperament und tobt dann wie verrückt durch das Haus. Piroschka hat sich dann erst in die eine Richtung jagen lassen, dann hat sie Kater Sammy in die andere gejagt. Und wenn er zu wild wurde, dann hat Sie so getan, als ob Sie Ihm ein paar hinter die Löffel haut, dann hat er sich wieder beruhigt.

Glauben Sie, das Minka damit klarkommen kann?

Noch ein paar Worte zum möglichen neuen Zuhause:

wir können Ihr zwar keinen Freigang ermöglichen, aber wir haben ein Einfamilienhaus, in dem über zwei Etagen gespielt und getobt werden kann, freien Zugang zu allen Betten und Sofas, an jedem Fenster ein Katzenplatz und nicht zuletzt ein komplett mit Katzennetzen gesicherter Balkon, der als Katzenspielzimmer eingerichtet ist.

Sollte Minka nicht dafür infrage kommen, könnten Sie uns vielleicht eine andere Katze empfehlen, vielleicht mit ein paar Fotos und kurzer Beschreibung?

Wir würden uns über eine kurzfristige Rückmeldung sehr freuen, entweder per Mail oder Telefon 0561/xxxxxx

(ab ca. 16:30 Uhr).

Mit freundlichen Grüßen

Was für eine Frage? Dieses Zuhause konnte nur das Optimale für Minka sein, denn, obwohl sie die Möglichkeit zum Freigang hatte, bevorzugte sie lieber einen warmen Platz an der Heizung. Mit den anderen Pflegekatzen verstand sie sich prächtig.

Es folgte weiterer Schriftverkehr, viele Telefonate und ein Besuch der außerordentlich lieben Familie. Minka wurde sodann Einwohner von Kassel !

Immer wieder bekam ich liebe Mails mit nur positiven Berichten über die Entwicklung von Minka. So auch am 9. Juni 2014.

3MegaCamHallo Frau Ohlig,

tut mir leid, das ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber jetzt gibt es ein paar wirklich nette Fotos von

unseren Beiden.

Minka geht es richtig gut, inzwischen genießt sie den Sommer auf dem Balkon, tobt mit Sammy durch das ganze

Haus und wird immer schmusiger. Beide liegen morgens nach dem Frühstück zusammen im Bett für das Verdauungsschläfchen und vertragen sich wirklich gut. Klar wird auch mal gefaucht, wenn einer/eine zu wild wird, aber das ist ja normal.

Nur wenn Fremde ins Haus kommen, versteckt sich Minka noch, aber das wird sich bestimmt auch noch geben.

Meine Frau und ich sind wirklich froh, das wir Minka zu uns geholt haben.

Alles richtig gemacht !! Minka hat ihr Traum-Zuhause bei Katerkumpel Sammy gefunden.

Nun fragt Ihr Euch sicherlich, warum ich Euch die Geschichte von Minka erzähle. Nun, Minka ist ein Stück Entwicklungsgeschichte von Tierhilfe West. Denn die Mail vom 9. Juni 2014 beinhaltete noch ein anderes Thema.. bitte lest selbst:

Wir hätten da auch noch eine Frage/Bitte.

Ich hatte ja erwähnt, das unsere frühere Katze Piroschka aus der Nähe von Siofok stammt und zwar aus Enying, ca. 17 Km von Siofok entfernt. Wir haben dort ein kleines Häuschen (ca. 70 m2) mit großem Grundstück (fast 1500 m2). Wir haben es nach besten Kräften in Haus und Garten hergerichtet aber inzwischen merken auch wir, das wir älter werden und da wir seit

4 Jahren auch hier in Kassel ein Haus mit großem Garten haben, geht das langsam über unsere Kräfte.

Könnten Sie oder Ihre Tierhilfe oder das Tierheim Siofok oder auch jemand von den dortigen Angestellten eventuell ein Haus als Schenkung gebrauchen? Wir möchten nicht, das sich irgendjemand dieses Haus als Spekulationsobjekt kauft oder die Gemeinde es an irgendwelche „gute Freunde“ vergibt, sondern wir würden es lieber an jemanden verschenken, der es pflegt und schätzt, so wie wir es immer getan haben. Wir geben es eigentlich nur ungern her, aber lieber jetzt, als zu einer Zeit, wenn wir es gesundheitlich vielleicht mal nicht mehr können. Ich füge dieser Mail auch mal ein Foto bei (oder einer separaten Mail, weiß nicht, ob ich so viele Anhänge auf einmal versenden kann).

Wäre nett, wenn Sie sich das mal überlegen, bzw. das Angebot bei Ihren ungarischen Freunden besprechen.

Bis demnächst mal wieder

Uwe G.

WOW !!! Das war das einzige Wort, das mir beim Lesen dieser Zeilen über die Lippen ging. Danach Sprachlosigkeit, und erst am darauffolgenden Tag war ich in der Lage, auf diese Mail zu antworten:

Hallo Herr Gxxxxx,

zunächst erst einmal herzlichen Dank für die schönen Nachrichten von Minka; sie hat ein Traumzuhause J

Von Ihrem Angebot sind wir alle total überwältigt. Schon so lange überlegen wir, wie wir unser Problem lösen können und haben auch schon über eine Anmietung nachgedacht, denn ein Kauf ist für unseren Verein leider nicht finanzierbar.  Immer wieder stellt sich die Frage nach einer Unterkunft für unser Team, wenn es in Ungarn ist.. und das ist 12 – 14 Mal im Jahr. Auch haben wir ständig das Problem mit unseren Flugboxen, für die auf dem Rückweg wegen des Boxenaufbau’s für die mitzubringenden Hunde kein Platz mehr ist. Momentan steht ein Teil unserer Boxen neben einem Gästehaus und ist Wind und Wetter ausgesetzt. Was die Pflege angeht, denke ich, dass es kein Problem wäre, da wir mittlerweile so viele Freunde in Ungarn haben, die während unserer Abwesenheit sicherlich dabei schauen würden.

Wer weiß auch, was die Zukunft bringt.. vielleicht könnte man dort wirklich eine Art „Welpenstation“ einrichten, denn die Welpenflut reißt einfach nicht ab. Als Spekulationsobjekt würden wir es nicht betrachten und nur eine Schenkung an den Verein käme in Frage.

Wir müssten halt wissen, welche Unterhaltungskosten auf den Verein zukämen, denn auch diese müssen finanzierbar sein. Da haben Sie sicherlich Erfahrungswerte. Wir sind übernächste Woche wieder in Ungarn (18. – 21. Juni). Wäre es möglich, wenn wir uns das Haus einmal anschauen könnten?

Viele Grüße

Heidi Ohlig

Nur eine Stunde nach Absenden dieser Mail war die Antwort da und bei der Juni-Fahrt konnten wir uns das kleine Bauernhäuschen anschauen. Wir waren überwältigt. All unsere Probleme bei Ungarnfahrten wären damit gelöst.

 

Von nun an ging alles seinen Gang. Am 25. September 2014 war es dann soweit und wir konnten unser großes Glück endlich in der Öffentlichkeit darstellen:Screen1

 Das Häuschen gehörte nach Vertragsunterzeichnung uns.. also dem Verein.

STOPP !!

Es gehörte nur ein bisschen dem Verein.

Eine Schenkung hätte höhere Anwaltskosten nach sich gezogen als ein Kauf. So hatte sich der seinerzeit vertretungsberechtigte Vorstand von Tierhilfe West e.V., also 1. und 2. Vorsitzender, dazu entschieden, zwischen der Eigentümerin und ihm einen privaten Kaufvertrag zu schließen, was zur Folge hatte, dass sie auch als Privatpersonen ins Grundbuch eingetragen wurden. Mit dem Verein wurde eine Nutzungsvereinbarung geschlossen, wonach dieser die Immobilie kostenfrei nutzen durfte, aber alle laufenden Kosten, wie Strom, Wasser etc., zu übernehmen hatte. Wir hatten also hier die Konstellation, dass Eigentümer der Immobilie und Vertretungsberechtigte des nutznießenden Vereins die gleichen Personen waren, die letztendlich mit sich selbst eine Vereinbarung schlossen. Der Restvorstand wurde über diesen Schritt informiert, nicht aber bei der Entscheidung darüber involviert. Kein Vorstandsmitglied hatte Anlass zu Misstrauen, denn schließlich ging es allen Personen um die Tiere, die definitiv von der Ersparnis der Kosten für Unterkunft und Verpflegung während der Tierschutzfahrten profitieren sollten. Und schließlich konnten wir das leidige Thema der Suche nach Unterkünften endgültig ad acta legen.

Am 25. September 2014 wurde also ein Kaufvertrag mit der damaligen Eigentümerin und dem damaligen 1. und 2. Vorsitzenden von Tierhilfe West als Privatpersonen geschlossen. Da es aber letztendlich eine Schenkung an den Verein sein sollte, wurde auf den Transfer von Geld verzichtet. Der Verein kam in der Folge für alle den Abschluss des Geschäftes betreffenden Kosten auf, die sich auf über 600,00 Euro beliefen. Diese beinhalteten das Honorar für den ungarischen Anwalt, die Grunderwerbssteuer und auch Kleinkrempel wie Grundbuchauszüge und Gebühren für das Katasteramt.

Ab März 2015 konnte das Haus dann endlich durch die Fahrer genutzt werden, da sich bis dahin noch die nötigen Kanalarbeiten hinzogen. Vereinbarungsgemäß zahlte der Verein alle laufenden Kosten wie Strom, Wasser, Müllabfuhr etc.

Doch 1. kommt es anders, 2. als man denkt

Im November 2015 trat der 1. Vorsitzende von seinem Amt zurück und schied aus dem Verein aus. Das kleine Bauernhäuschen wurde zum Streitobjekt zwischen den Beteiligten. Ein durch den scheidenden 1. Vorsitzenden ausgesprochenes Hausverbot für alle Mitglieder des Vereins verlief im Sande, weil es gegen die geschlossene Nutzungsvereinbarung sprach. Auch die Teilung des Hauses nach „Mein Zimmer“ und „Dein Zimmer“ war nicht erfolgreich. Eigentlich passierte nichts; die Fahrer nutzten weiterhin das Haus als Unterkunft und es lief alles so weiter, wie es vom Ursprungsgedanken her bestimmt war.. bis zum 11. März 2017. An diesem Tag entschloss sich auch der damalige 2. Vorsitzende, den Verein zu verlassen.

Bereits am 14. März 2017 erreichte den Verein die Kündigung der Nutzungsvereinbarung. Die Räumung der vereinseigenen Sachen durfte lt. Kündigungsschreiben nur in Gegenwart der Eigentümer bzw. eines von ihm Beauftragten erfolgen, obwohl die Nutzungsvereinbarung erst zum 31. März 2017 gekündigt wurde.

Fazit:

Wie gewonnen, so zerronnen !

Wieder hat der Verein die leidige Suche nach Unterkünften. Im Sommer ist alles ausgebucht und nur noch teure Unterkünfte stehen zur Verfügung; im Winter sind die meisten Unterkünfte geschlossen.

Es wurde ein Vertrag geschlossen, der dem Verein eine Ersparnis einbringen sollte. Heute weiß ich, dass es sich um eine Ersparnis von weniger als 200,00 Euro handelte. Der damalige vertretungsberechtigte Vorstand hat ein Scheingeschäft abgeschlossen und die Kosten dafür dem Verein auferlegt. Dadurch wurde sich ein Haus erschlichen, das nach der Willenserklärung der vorherigen Eigentümerin ausschließlich dem Tierschutz dienen sollte. Mit der Katze Minka hatte der damalige vertretungsberechtigte Vorstand nichts zu tun; der 2. Vorsitzende wusste noch nicht einmal, dass Minka existiert.

Am 11. März 2017 wurde mit einem der Eigentümer schriftlich vereinbart, dass zeitnah eine Endabrechnung über die laufenden Kosten erfolgt, die dann mit einer durch ihn einbehaltenen Schutzgebühr in Höhe von 300,00 Euro aufgerechnet werden soll. Bis heute wartet der Verein auf diese Endabrechnung, die sich aus der Erfahrung der Monate, die der Verein das Haus nutzen durfte, bei weitem nicht in der Höhe der einbehaltenen Schutzgebühr bewegen dürfte.

Nicht nur der damalige Restvorstand sondern auch die Familie, die das Haus verschenkte, hat an den Tierschutzgedanken und das Gute im Menschen geglaubt und vertraut.

Bei alledem wollen wir Minka nicht vergessen, die ihr Traum-Zuhause gefunden hat.

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Nun habe ich für den Verein ein anderes Haus gekauft, weil wir dauerhaft eine Unterkunft für unsere Fahrer brauchen. Es liegt geographisch zwar nicht so optimal wie Enying, doch es war für mich erschwinglich. Leider ist es im Moment noch nicht bewohnbar.. dort hat jemand seine Arbeit begonnen, ist aber nicht mehr fertig geworden. Deshalb bitten wir um Hilfe.. es fehlt eigentlich an allem, was ein „Rohbau“ braucht:

FliesenBad2 Böden (PVC oder Laminat)Boden
Sanitärartikel (Armaturen/Rohre)Küche Elektromaterial (Schalter, Steckdosen, Kabel etc.)Elektro
Farben und VerputzmaterialienVerputzen  

Weiterhin

  • Möbel (Küche, Schlafräume)
  • Heißwasserboiler
  • Öfen
  • und natürlich – wie immer – Geld für Handwerker vor Ort

Bitte schaut in Euren Kellern nach, ob noch irgendwo was rumsteht, was Ihr nicht mehr gebrauchen könnt, für uns aber vielleicht sehr wertvoll sein könnte.

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2 comments for “Minka.. von der Streunerkatze zum Meilenstein des Vereins

  1. Anita Frommhold
    11. September 2017 at 18:37

    So ein Mistkerl!!!!!

  2. Dietmar Rogalla
    16. September 2017 at 10:45

    Die Haupt Leidtragenden bei der Sache sind die ehemaligen Besitzer…im guten Glauben ihr Haus an euren Verein zu verschenken, haben sich die zwei Herren jetzt persönlich bereichert…sagt über die zwei Alles aus! Armselige Drecksch….

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