Reisebericht April-Fahrt..

Seit meinem letzten Reisebericht ist nicht viel Zeit vergangen.. gerade mal zwei Wochen.. und man sollte meinen, es lohnt sich nicht wirklich, schon wieder einen Bericht zu schreiben, denn es kann ja eigentlich nicht so viel geschehen sein. Aber wie ich in den Schlussworten schon schrieb, ist jede Fahrt etwas ganz besonderes.. und in zwei Wochen kann sich im Tierschutz sehr viel ereignen. Auch diese Fahrt war wieder von Höhen und Tiefen begleitet.. ich hatte Spaß und habe gelacht.. ich hatte Wut und habe geweint.. Freud und Leid liegen so nahe beieinander.

Auch in diesem Bericht will ich überwiegend (auch laufende) Bilder für sich sprechen lassen.

Mittwoch, 30. März 2016

Dieses Mal startete unser Spielmobil wieder in Siegen. Leider konnten wir das Auto nicht ganz voll laden, weil einfach das Lager noch leer war.. schade eigentlich. Nach dem obligatorischen Kaffee ging es viel zu spät auf die Autobahn. In Katzenfurt machten wir einen kurzen Stopp, um die von Dagmar gesammelten Spenden noch an Bord zu nehmen. Das Wetter war so „la la“.. sagen wir mal: halbwegs akzeptabel, was sich aber in Bayern änderte. Es regnete und regnete, sogar die ein oder andere weiße Flocke zerschmolz auf der Windschutzscheibe.

Donnerstag, 31. März 2016

In den frühen Morgenstunden erreichten wir die Grenze zu Österreich. Hier hieß es wieder GO-Box aufladen. Das Wetter hatte sich mittlerweile gebessert, so dass die Weiterfahrt angenehmer wurde. Um 7:30 Uhr erreichten wir den beliebten Oldtimer-Autohof, wo wir den Durst unseres Spielmobils löschten. Mittlerweile war es glockenhell, Super-Wetter mit super klarer Fernsicht.

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Dreiviertel der Strecke hatten wir nun bewältigt und die restlichen ca. 350 km waren überschaubar. Auch in Österreich hatte gegenüber der letzten Fahrt der Frühling seinen Einzug gehalten.

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Ich glaube, hier wohnt Pippi Langstrumpf

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8:10 Uhr – die Skyline von Wien

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Immer noch herrliches Wetter mit klarer Sicht

Das Gewerbegebiet Eisenstadt… so hässlich, dass es schon wieder schön wird

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9:45 Uhr – die ungarische Grenze naht

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Die Grenzstation – einsam und verlassen

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Guten Morgen Ungarn

Nach unseren Erledigungen in Sopron ging es weiter ins Landesinnere. Je weiter wir uns vorarbeiteten, desto frühlingshafter wurde es. Alles stand in voller Blüte und bei immer noch herrlichem Wetter sah es umso schöner aus.

Um die Mittagszeit kam wir in Zsuzsa’s Tierheim in Veszprem an. Ein wenig Zeit hatten wir mitgebracht, aber ich hatte auch wieder eine To-do-Liste. Doch zunächst mussten mit vereinten Kräften die Futter- und Sachspenden des Partnervereins „Zuflucht für Notboxer“ vorm Tierheim abgeladen werden.

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Hier noch ein paar Schnappschüsse, bevor es an die Liste ging

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Zeit für die To-do-Liste; ich wollte die Gunst der Stunde nutzen und wieder einige Hunde fotografieren, von denen wir nicht so viel Bildmaterial für die Vermittlung zur Verfügung hatten.

Zunächst bat mich Zsuzsa jedoch, ihren letzten Neuzugang zu fotografieren, der zu diesem Zeitpunkt noch namenlos war. Mittlerweile hat er den Namen „Basti“ bekommen.

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Basti

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Cooper

28thea

Thea

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Blacky

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Csoki

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Barna

Wieder mal saß uns die Zeit im Nacken, da wir noch ins Tierheim Siofok mussten, um die (leider) wenigen Spenden noch abzuladen. Nach einer kurzen Besprechung mit Zsuzsa für den Ablauf des kommenden Samstag machten wir uns auf den Weg nach Siofok.

Gegen 14:45 Uhr kamen wir im Tierheim an. Wie immer wurden wir von allen Mitarbeitern herzlich begrüßt. Während die Spenden abgeladen wurden, zeigte mir Zsuzsa einige Neuzugänge..

32 Einen Sack Flöhe hüten ist leichter

als diese vier Geschwister…

aber einer schöner als der andere

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Die Maus kam einen Tag zuvor

ins Tierheim.

Sie stand unmittelbar vor der

Geburt ihrer Welpen

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Ich konnte es kaum erwarten, Manci zu begrüßen. Also gingen wir zu Manci und ich habe mich riesig gefreut, welche Fortschritte sie mittlerweile gemacht hat. Schon längst hat sie gemerkt, dass sie und ihr Baby nun in Sicherheit sind. Von ihrem traurigen und müden Blick noch vor zwei Wochen war nichts mehr da; ihre Augen sind wach und interessiert. Ihr Vertrauen zu Menschen ist ungebrochen, aber schaut selbst:

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Aber auch ihr Baby Balu hat sich mittlerweile gemacht und ist zu einem richtigen Wonneproppen mutiert.

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Der kleinen Familie geht es gut; Manci kann ihre Blase mittlerweile dank guter Medikamente ohne Katheder leeren, doch es stehen noch etliche Untersuchungen an, um ihr grundsätzliches Problem herauszufinden.

Die ganze Geschichte von Manci könnt ihr hier nachlesen.

43 Es wurde Zeit, den Besuch im

Tierheim zu beenden, denn

Rolf war sichtlich müde.

Daran konnte auch der Kaffee – mit einem Herzschrittmacher zu vergleichen – nichts ändern. Also fuhren wir „nach Hause“ und ließen den Tag ausklingen.

Freitag, 1. April 2016

Die Sonne tat sich an diesem Morgen sehr schwer, die dichte Hochnebeldecke zu durchbrechen. Ein starker Wind trübte zudem die Frühlingsstimmung, aber die Temperaturen waren in einem angenehmen Bereich. Es gab viel zu tun, denn die Natur lässt sich auch bei Zierpflanzen nicht aufhalten. Einige Büsche und Stauden mussten zurück geschnitten werden und auch das Gras stand mittlerweile viel zu hoch.

In Ungarn ist einiges möglich, vor allen Dingen in einer dörflichen Gegend wie Enying. Diese kleine Familie marschierte in aller Gemütsruhe am Vormittag durch die István-Király-ut., als sei es das Selbstverständlichste von der Welt. Nur die Hunde in den Höfen meldeten mit ihrem lauten Gebell, dass dort ihre Nahrung auf der Straße rumläuft; sonst kümmerte sich niemand drum.

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Gegen Mittag kam – wie verabredet – Janos vorbei, um mich zum Tierheim zu fahren. Mittlerweile schien die Sonne und es war richtig schön warm.

Zsuzsi hat noch ein wenig zu tun, so verbrachte ich meine Zeit im Hof und beobachtete dabei die spielenden Hunde. Dabei sind einige schöne Schnappschüsse entstanden.

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Dieses Mal wollte ich mir die Hunde anschauen, die ich vor zwei Wochen nicht gesehen hatte. Auf dem Weg zu dem Hof bat mich Zsuzsi, ein paar Fotos von Füge zu machen, der gerade seinen Besuch beim Hundefrisör beendet hatte.

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vorher

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nachher

Ein vollkommen neuer Hund wurde geboren..

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Szöszi, wie ich sie liebe

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Siesta

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Lilli beim Frisör

58 Janos zeigte mir diese ganz neue

Schäferhündin, vollkommen abgemagert.

Er weiß ganz genau, wie sehr ich diese

Rasse liebe.

Morris, wann bekommt dieser liebe

Kerl endlich eine Chance auf

eine eigene Familie ???

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Mir blutet das Herz, all diese wunderbaren Geschöpfe hinter Gittern zu sehen.. nur eine kleine Berührung, wenn man die Hand ans Gitter legt.. ein klitzekleines Stückchen Liebe.. Freiheit und Geborgenheit.. all das drückt ihr sehnsüchtiger Blick aus.

69 Charlie, er hat mit Abstand die

längste Zeit hinter Gittern verbracht.

Szultan, in einem Affentempo

kletterte er an der Zwingertür

hoch

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Diese Kuvasz-Mix-Hündin ist extrem ängstlich und verkroch sich sofort in ihrer Hütte, als sie mich sah. Mehrere Welpen gebahr sie in freier Natur und es hat lange Zeit gedauert, bis es gelang, sie einzufangen.

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Sie ist die Mutter von Marcell, Marvin und Monk, die letztes Jahr im Sommer eingefangen werden konnten; alle drei waren genauso ängstlich wie ihre Mutter. Aktuell sind ihre Töchter Cserfes und Csini noch im Tierheim, die ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten sind.

Die Zeit verging wie im Flug und der Feierabend rückte näher. Ich wollte mich aber noch bei Manci verabschieden. Auf dem Weg zu ihr führte mich Zsuzsi noch zu Natasa, die z. Zt. in der Krankenstation ist. Eine riesige Geschwulst am Nacken hatte die hübsche Dame geplagt. Keine Bange, die OP war erfolgreich und Natasa wird wieder ganz gesund.

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Einen kurzen Moment konnte ich noch mit Manci genießen, während Zsuzsi sich auch auf ihren wohlverdienten Feierabend vorbereitete. Dann fuhr sie mich wieder nach Hause.

Samstag, 2. April 2016

Nach einem kräftigenden Frühstück trafen wir die letzten Vorbereitungen für die Abreise. Wieder mal viel zu spät kamen wir beim Tierheim an. 17 Hunde warteten hier auf ihre Reise nach Deutschland.

Zsuzsi bat mich ins Büro, um die

Formalitäten zu erledigen und

mir die Neuzugänge zu zeigen,

die am Vorabend ins Tierheim

gekommen waren.

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Die traurige Geschichte dieser kleinen Familie macht mich wütend und ohnmächtig zugleich. Man hatte eine Tüte mit fünf neugeborenen Welpen in einem Roma-Viertel gefunden. Die Mutterhündin mit drei weiteren Welpen fand man ein Stück weiter. Zwei der Welpen in der Tüte waren bereits tot, die anderen drei in einem sehr schlechten Zustand. Weitere zwei haben die kommende Nacht nicht überlebt. Zsuzsi zeigte mir den fünften Welpen aus der Tüte und sagte mir, dass das Baby wahrscheinlich auch nicht überleben wird. Durch das Trennen von der Mutterhündin unmittelbar nach der Geburt fehlte ihnen die lebensnotwendige Kolostralmilch.

80 Das fünfte Baby (das kleine weiße)

starb in unserem Beisein.. nicht nur

für mich ein schreckliches Erlebnis,

sondern auch für Zsuzsi, die ihre

Tränen nicht verbergen konnte.

Ich frage mich, warum Menschen solche Grausamkeiten den Tieren antun. Kann man überhaupt Mensch zu solchen herzlosen und brutalen Kreaturen sagen? Man schaut auf den Brustkorb des kleinen Wesens und hofft, dass er sich wieder hebt.. doch es atmet nicht mehr.. ein kleines Leben wurde ausgelöscht.

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R.I.P. kleines Baby

Ich hätte noch viel länger bei dieser absolut lieben Mami mit ihren drei lebenden Babies sitzen bleiben können, doch die Zeit drängt und 17 Hunde mussten an Bord.

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Alle Hunde waren an Bord; noch ein schneller Abschied und es ging Richtung Veszprem, wo weitere sechs Hunde am Bahnsteig standen. Mittlerweile hatten wir wieder ein wenig Zeit aufgeholt, doch es waren immer noch 20 Minuten Verspätung. Das Verladen der Hunde ging jedoch flott, so dass es bei den 20 Minuten blieb.

Auch hier ein schnelles Abschied nehmen und es ging jetzt mit wertvoller Fracht Richtung Heimat. Wir kamen sehr gut durch und die Sonne begleitete uns fast bis Wien.

Eine halbe Stunde zu früh waren wir am ersten Treffpunkt in Regensburg. Die Familie, die Zeno abholen wollte, wartete schon sehnsüchtig auf uns. Sie waren überglücklich, ihren Schatz endlich in die Arme schließen zu dürfen

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Zeno

Nächster Stopp war das Tierheim Heilbronn. Geplante Ankunft 4:45 Uhr, doch es stand fest, dass wir auch hier viel zu früh ankommen werden. Zum Glück mussten wir nur kurz warten, bis die Mitarbeiter des Tierheimes ankamen und für unser Spielmobil das Tor öffnete.

In Heilbronn verließen uns:

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Palika

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Rudi

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Robin

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Tea

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der blinde Sammy

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Kara

Nächster Stopp Zwingenberg.. hier stieg Luke aus

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Luke

Pünktlich wie die Maurer waren wir in Gießen, wo uns fünf Hunde verließen

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Hella

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Burkus

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Indy

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Juli

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Alexander

Endspurt; die Heimat ruft. Mittlerweile waren wir wieder mit Verspätung unterwegs. In Netphen verließen drei Hunde unser Spielmobil

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Dorka

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Lara

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Philip

Jetzt nur noch ein Treffpunkt und zwar die Endstation Bensberg. Hier stieg wieder der größte Teil der Hunde aus

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Theo

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Mara

103poppy

Poppy

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Tyra

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Floyd

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Zeusz

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Jegor

Wir können die Vorbereitungen für die kommende Fahrt ein wenig langsamer angehen, da sie erst Anfang Mai geplant ist, was aber nicht heißt, dass wir ruhen werden. Auch ohne diese Transportplanung haben wir reichlich zu tun. Aber es ist keine Arbeit, die lästig ist, sondern Arbeit, die Spaß macht, weil man den Erfolg sieht.. und der Erfolg ist der Moment, wo die Hunde in die Arme ihrer neuen Familien mit vor Glück tränenden Augen geschlossen werden.

Also bis demnächst

Eure Heidi

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