Ajka

Bei unserer Fahrt im Mai 2013 wurden wir auf eine Gruppe junger Leute aufmerksam gemacht, die mit viel Herzblut in der Tötungsstation Ajka alles tun, damit dort keine Hunde mehr sterben müssen. Über unsere Siofoker Freunde wurde der Kontakt hergestellt. Am 27. Mai 2013 – noch während unserer Tour – erreichte uns folgende Mail:


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Auftrag von Frau Nóra N. und im Namen der Tötungsstation Ajka schreibe ich Ihnen.

Wir haben Ihre E-Mail Adresse von Frau Valéria Lajos (aus Siófok Tierheim) erhalten, damit wir uns mit Ihnen ins Verbindung setzen können.

Zuerst möchte ich Ihnen über unseren Tötungsstation erzählen. Stadt Ajka liegt ungefähr 35 Km von Veszprém entfernt.

Ende letztes Jahres hatten wir einen schrecklichen Fall erlebt. Unter der früheren Leitung sind 2 Schäferhunde verstorben (verhungert sogar), sie wurden nicht ordentlich gefuttert, bzw. die Hunde haben nur Mist als Futter bekommen, und es wurde im Kennel nicht ordentlich sauber gemacht. Die Hunde in der Station wurden oft getötet, die Hundefängerin war nicht bestrebt, für die Hunde neuen Besitzer zu finden.

Zum Glück wurde diese Geschichte auch in der Stadt bekannt und die Leiterin wurde entlassen. Die Freiwilligen haben die Station ganz sauber gemacht und eine neue Hundefängerin wurde eingestellt. Sie ist auch zivile Tierschützerin und macht ihre Arbeit sehr gewissenhaft.

Seitdem wird versucht, die Hunde zu neuen Besitzern zu geben, und es soll vermieden sein, dass sie eingeschläfert werden. Dieses Jahr wurde noch keinen Hund getötet.

Es ist sehr schwer, wir müssen jeden Tag kämpfen. Die Hundefängerin ist verpflichtet von der Stadt die Hunde abzuholen. Momentan sind alle 12 Kennel besetzt, und es besteht das Gefahr, daß die Hunde eingeschläfert werden sollen, weil sie zu lange auf die Station sind. Dies wollen wir aber auf keinen Fall.

Jetzt bekommen die Hunde nur Hundefutter und Fleisch, die Station ist sauber und gepflegt. Die Hundefängerin verbringt sehr viel Zeit mit den Hunden und kümmert sich auf die Station mit ganzen Herzen.

Wenn ein Hund eingefangen wird, wird nicht zur Station, sondern gleich zum Tierarzt gebracht. Chip wird kontrolliert, und wenn der Hund keinen hat, dann wird er gleich mit Kombi-Impfung geimpft, damit er keine Infektionen in der Station bekommt. Entwurmung und Halsband gegen Flöhe bekommt der Hund auch sofort.

Die Hunde können nach 14 Tagen ausgegeben werden. Die Station steht mit einem Tierarzt im Verbindung, der immer hilfsbereit ist, und auch deutsch spricht.

Frau Nóra N. als zivile Tierschützerin kümmert sich unheimlich viel um die Hunde in der Station, sie organisiert alles. Ich als freiwillige Dolmetscherin stehe auch immer zur Verfügung der Station.

Da der Station in dieser Form noch relativ jung ist, wir müssen stark daran arbeiten, Hilfe für die Hunde zu finden. Stadt Ajka hilft der Station leider nur gering.

Wir würden uns auf einen Zusammenarbeit sehr freuen. Im Falle von Fragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.

Viele Grüße aus Ajka

Ildikó Petró und Nóra N.


Ende Juni 2013 fuhren wir nach Ajka, um uns vor Ort ein zu Bild zu machen. Das wirklich engagierte Team erzählte uns, in welchem Zustand es die Station vorgefunden hatte.

Hier Archivbilder:

Das sind die in der Mail erwähnten verhungerten Schäferhunde

archiv16 archiv17

Ohne Worte:

archiv1 archiv2 archiv4
archiv3 archiv6 archiv5
archiv7 archiv8 archiv9
archiv10 archiv11 archiv12
archiv13 archiv14 archiv15

Bei unserem Besuch sah die Station so aus:

04 04_1
05 06

Zum damaligen Zeitpunkt beherbergte Laura Antal in ihrer Station 9 Hunde.

Von dem angrenzenden Tierheim Vahur war zum damaligen Zeitpunkt keine Unterstützung zu erwarten, da es Differenzen mit der Tierheimleitung gab. Sie war der Meinung, dass Laura und ihr Team viel zu jung für diese verantwortungsvolle Aufgabe seien und versagte deshalb jegliche Hilfestellung. No Comment

20 21

Diese Einstellung konnten und wollten wir nicht akzeptieren. Deshalb entschlossen wir uns, das Ajka-Team zu unterstützen, insbesondere mit der Vermittlung der Hunde, damit Laura immer freie Kennels hat und niemals auch nur mit einem Hauch daran denken muss, die Hunde einschläfern lassen zu müssen. Aber auch die Unterstützung in Form von Futterspenden sollte für die Zukunft gewährleistet sein, weil Laura von der Stadt über ihren Lohn hinaus keinerlei finanzielle Unterstützung bekommt.

Seit Juni 2013 gehen wir also in der Station regelmäßig aus und ein. Unser Versprechen, Laura’s Hunde satt zu bekommen und für einige neue Familien zu finden, konnten wir bisher einhalten.

07

Das Team im Juni 2013

team

Ein Teil des Teams im Mai 2015

Die Station ist schon lange keine Tötungsstation mehr, sondern ein Asyl für Hunde und Katzen, die dort liebevoll umsorgt werden, denen eigentlich nur ihre eigenen Familien fehlen. Laura beherbergt im Durchschnitt ca. 70 Hunde; dies ist aber auch nur möglich, weil sie im April 2015 das angrenzende Tierheim Vahur übernommen hat. Und dort gibt es noch verdammt viel zu tun. Wir sind dabei !

Bitte lest auch folgenden Beitrag (Bild anklicken):

Laura